Folgt man den Analysen in einem Falter-Artikel zum erfolgreichen Wahlkampf von Péter Magyar in Ungarn, dann gewann er mit der Strategie, den „Kulturkampf, mit dem sich Orbán zum starken Mann gegen den Werteverfall stilisiert(e)“, auszusparen. „Woke, Gender – jene typischen Reizwörter, die die globale Rechte verbindet, kamen in Magyars Reden schlicht nicht vor. Der Konservative fokussierte sich allein auf soziale Themen: auf die Bildung, die Infrastruktur, das Sozialsystem.“
Die Politologin Zsuzsanna Szelényi meint: „Wir sind damals (= in früheren Wahlkämpfen gegen Orbán) auf den Kulturkampfzug aufgesprungen, das war keine gute Strategie… Orbán hat erklärt, was ein „wahrer Ungarn“ ist – und wir konnten nur reagieren…. Kulturelle Themen sind symbolisch wichtig für populistische Politik. Aber weil die Fidesz (= Orbáns Partei) ihre materiellen Versprechen nicht einlösen konnte, überzeugte auch ihr Kulturkampf nicht mehr.“
Quelle: Falter 16/26, S. 12ff